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Die Lindwurm-Bande war eine Gruppe von jungen und rebellischen Schriftstellern, die vom damals noch sehr jungen Hildegunst von Mythenmetz in Gralsund gegründet wurde. Mythenmetz schien über genügend Charisma zu verfügen, um seine Freunde auf seine eigenen, noch nicht ausgereiften, Ansichten über Literatur und künstlerisches Arbeiten einzuschwören. Sein Einfluss auf die anderen Autoren ging so weit, dass sie sich als Lindwurm-Bande bezeichneten, obwohl Mythenmetz während ihres Bestehens der einzige Lindwurm der Gruppe war. Mit der Zeit imitierten die anderen immer sklavischer Mythenmetz’ Art und Weise. Sie kleideten sich wie er, begannen zu sprechen wie er und ahmten sogar seine Fortbewegungsart nach. Wie ein ehemaliges Mitglied später berichtete, muss es grotesk gewirkt haben, wie unterwürfig die anderen Mythenmetz nacheiferten.

Das zweite wichtige Mitglied der Lindwurm-Bande war, neben Mythenmetz, ein Wolterke namens Horken Smö. Gemeinsam mit Mythenmetz verfasste er das sog. Lindwurm-Manifest, dessen Inhalt zwar bedeutungslos blieb, doch die Art und Weise der Proklamation wurde zur Tradition. Die jungen Literaten hatten das Manifest an die Tür der Gralsunder Bibliothek genagelt.[1] In der Lindwurm-Bande probierte man gemeinsam diverse Rauschmittel aus. Darunter sogar einen, immerhin abgekochten, entsalzten, getrockneten und pulverisierten Hexenhutpilz in einer Tabakmischung. Mythrnmetz nahm zwar nur einen Zug, doch verfiel er in einen furchbaren Rausch. Nach vielen Halluzinationen begann er schließlich zu schreiben. Erst nach einem halben Jahr war er mit dem Buch fertig. Es war das einzige Werk, das er niemals veröffentlicht hatte. "Das Blutige Buch war Gutenachtlektüre dagegen." sagte Mythenmetz später über das im Rausch verfertige Buch, das er versiegelt an einem unbekannten Ort vergrub.[2]

Gralsund

Gralsund

Da selbstverständlich auch der zügellose Genuss von Gralsunder Schankwein zum Alltag der meist mittellosen Schriftsteller gehörte kam es schließlich zum Streit über die Bezahlung einer Wirtshausrechnung. Mythenmetz und Smö gerieten derart aneinander, dass Smö seinen Freund zum Duell mit Armbrüsten herausforderte. Mythenmetz floh in der Nacht aus Gralsund, worüber Smö derart außer sich geriet, dass er sich selbst versehentlich in den Fuß schoss. Wegen des folgenden Wundbrandes musste er seitdem ein Holzbein tragen und wurde Mythenmetz größter literarischer Rivale, besonders wenn es um das Erringen von Literaturpreisem ging. Mythenmetz tauchte nach dem Zerwürfnis für einige Jahre unter und die Lindwurm-Bande löste sich ohne ihn sehr schnell wieder auf.[3]


Quellenangaben[]

  1. Ensel und Krete, Von der Lindwurmfeste zum Bloxberg , Gralsund, S. 233ff.
  2. Ensel und Krete, II. Der Große Wald , S. 148ff.
  3. Ensel und Krete, Von der Lindwurmfeste zum Bloxberg , Gralsund, S. 233ff.