Ein zamonischer Ofen, Gegenstand der Totmateriedichtung
Die sog. Totmateriedichtung ist eine literarische Gattung von Werken, in denen Scheren, Türklinken, Saftpressen "oder sonstige leblose Gegenstände des Alltags aus dem Nähkästchen plauderten oder in Abenteuer und romantische Beziehungen verwickelt waren".[1]
Begründet wurde die Totmateriedichtung durch Hildegunst von Mythenmetz mit seinem herausragenden Roman "Der sprechende Ofen". Dieser behandelt die Beziehung eines schriftstellernden Lindwurms und seiner toten Frau, deren Seele in seinem Ofen existiert. Der Roman entwickelt sich als beklemmendes Psychodrama zwischen den Ehepartnern, die sich bittere Vorwürfe machen. Dabei wechselt Mythenmetz öfters auch in die Perspektive des Ofens. In dieser beschreibt er dessen Dasein derart gekonnt, dass viele Leser ihre Öfen danach für sprachfähig hielten und sogar Ofenliebhaberzirkel gründeten. "Der sprechende Ofen" war ein umwerfender Erfolg und schuf eine neue Sensibilität für unbelebte Gegenstände.[2]
Zwar hatte Mythenmetz die Totmateriedichtung in Gang gesetzt, doch nach "Der sprechende Ofen" schrieb er kein weiteres Buch dieses Genres und überließ anderen das Feld. So bekam die Totmateriedichtung selbst ein gewisses Eigenleben und entwickelte sich in eine andere Richtung weiter. War in Mythenmetz' Roman der titelgebende Ofen noch von einer toten Person belebt, setzten die folgenden Bücher der Totmateriedichtung eher ein Eigenleben der jeweiligen Gegenstände voraus. Auch war der Ofen nicht die direkte Hauptfigur, sondern der Lindwurm, der ihn besaß und durch den Ofen mit seiner toten Frau sprach. Die meisten Totmateriebücher hatten immer öfter nur noch unbelebte Gegenstände als Protagonisten und keine lebenden Daseinsformen mehr. Es ging soweit, dass Romane ohne mindestens einen sprechenden Gegenstand von Verlegern abgelehnt wurden. "Kritiker bemaßen die Qualität weitgehend an der Anzahl sprechender Gegenstände, die darin vorkamen, ungeachtet der Güte der Dialoge oder der Handlung." Tatsächlich hielt sich die Qualität der nach Mythenmetz folgenden Totmateriedichtung stark in Grenzen. Kein Roman konnte dem Original das Wasser reichen, auch wenn einige Werke eine eigenständige Qualität erreichten.[3]
Allgemein gefeiert nahm die Begeisterung für die Totmateriedichtung nach einiger Zeit auch wieder ab und der Büchermarkt normalisierte sich. Unter den sehr gebildeten Eydeeten herrschte sogar oft eine starke Ablehnung dieses Genres. So urteilt Dr. Oztafan Kolibril: " 'Der sprechende Ofen' von Hildegunst von Mythenmetz. Herrje! Was für ein romantischer Quark, übelster Kitsch aus der idiotischen Schule der zamonischen Totmateriedichtung, die jeder wissenschaftlichen Basis entbehrt. Der Titel ist tatsächlich wörtlich zu nehmen und keine Metapher. Mythenmetz hat wirklich Nerven! Aber gut zu lesen."[4]
Werke[]
- Der sprechende Ofen (Hildegunst von Mythenmetz)
- Jugenderinnerungen eines Blasebalgs (Horken Smö)
- Aus dem Leben eines Pumpenschwengels (Namla Urkuk)
- Ich, der Amboss (Namla Urkuk)
- Der Geist in der Wäschemangel - Zamonische Totmateriedichtung und ihre wichtigsten Vertreter (Undine von Motten)
Quellenangaben[]
- ↑ Ensel und Krete, Von der Lindwurmfeste zum Bloxberg , Der sprechende Ofen, S. 244.
- ↑ Ensel und Krete, Von der Lindwurmfeste zum Bloxberg , Der sprechende Ofen, S. 243f.
- ↑ Ensel und Krete, Von der Lindwurmfeste zum Bloxberg , Der sprechende Ofen, S. 244.
- ↑ Rumo & Die Wunder im Dunkeln, Obenwelt – IV. Smeiks Weg , Das Tagebuch, S. 270f.